Warum steigt die Arbeitslosigkeit in der Schweiz leicht an ?

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Im Oktober verzeichnete die Schweiz einen marginalen Anstieg der Arbeitslosenquote. Sie liegt nun bei 2,9 %, das sind + 0,1 % im Vergleich zum Vormonat. Zudem ist die Zahl der bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten Personen auf 135 212 gestiegen – also 1 979 mehr als im September. Diese leichte Zunahme spiegelt ein unsicheres wirtschaftliches Umfeld wider. Internationale Handelsspannungen belasten weiterhin mehrere Branchen.

Unterschiedliche Auswirkungen je nach Altersgruppe

Die Jugendarbeitslosigkeit (15–24 Jahre) ist leicht gesunken und liegt nun bei 3,1 % mit 13 470 Meldungen. Diese Entwicklung könnte durch eine gewisse Resilienz dieser Generation gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen erklärt werden. Junge Menschen sind oft beweglicher, anpassungsfähiger und bereit, temporäre oder weniger qualifizierte Jobs anzunehmen, um aktiv zu bleiben. Außerdem erleichtern Programme zur beruflichen Ausbildung oder Eingliederung ihren Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Einige Daten deuten jedoch darauf hin, dass die Arbeitslosenquote der Jugendlichen nach der ILO-Definition höher ist, was auf Unterschiede in den statistischen Definitionen hinweist.
Auf der anderen Seite liegt die Quote bei den Senioren (50 Jahre und älter) stabil bei 2,5 %, mit 36 969 gemeldeten Personen. Diese Stabilität verdeckt jedoch strukturelle Probleme : Manche ältere Beschäftigte erleben Diskriminierung bei der Einstellung oder haben Schwierigkeiten, sich beruflich neu zu orientieren. Hinzu kommt, dass höhere Lohnkosten und spezialisierte Fähigkeiten ihre Wiedereinstellung erschweren können. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit bevorzugen Unternehmen häufig jüngere oder flexiblere Profile, was die Chancen älterer Arbeitnehmer einschränkt.

Einflussfaktoren und unterschiedliche Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt

Mehrere Faktoren tragen zu diesem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit bei. Zunächst gehen die Stellenangebote bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren zurück – ein Rückgang von 6,4 % im Vergleich zum Vormonat zeigt eine vorübergehende Kontraktion der Arbeitsnachfrage. Außerdem verstärken die im August eingeführten US-Zollabgaben den Druck, insbesondere auf die Uhrenindustrie und industrielle KMU. Um die Unternehmen zu entlasten, wurde die Bezugsdauer für Kurzarbeitsentschädigung ab dem 1. November auf 24 Monate verlängert.
Laut einem Beschäftigungsindikator der ETH Zürich zeigen die Aussichten für das vierte Quartal eine leichte Erholung, allerdings sehr unterschiedlich je nach Sektor. Der Bau und die Dienstleistungsbranche verzeichnen Verbesserungen. Im Gegensatz dazu erwartet die verarbeitende Industrie weiterhin mehr Stellenabbau als Neuschaffung, was den Gesamt-Arbeitsmarkt belastet.

Auswirkungen auf den Zeitarbeitsmarkt

Auch der Bereich der Zeitarbeit ist betroffen. Swiss Staffing, das die Zeitarbeitsfirmen vertritt, meldet einen deutlichen Rückgang der Aktivität. Im dritten Quartal ist die Zahl der gearbeiteten Stunden im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 % gesunken. Dieser Rückgang spiegelt die direkte Auswirkung wirtschaftlicher Spannungen und Zolltarife auf Unternehmen wider, die flexibel Arbeitskräfte einsetzen.

Trotz dieses leichten Anstiegs der Arbeitslosigkeit bleibt der Schweizer Arbeitsmarkt relativ stabil. Die Quote liegt weiterhin unter 3 %. Allerdings zeigen die sektoralen Unterschiede und der äußere Druck, dass die Wirtschaft anfällig für punktuelle Schocks ist. Schließlich dürften die Maßnahmen zur Unterstützung durch Kurzarbeit und die Anpassungen in einzelnen Branchen die negativen Beschäftigungseffekte kurzfristig begrenzen.

Rosita

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